Tarifvertrag ig metall bw krankmeldung

Neue Verhandlungsrunden können beginnen, wenn ein Tarifvertrag ausgelaufen ist. Im Jahr 2018 liefen die Tarifverträge im Durchschnitt 26,5 Monate – die kürzeste Laufzeit war im Chemie- und Energiesektor (15 Monate), der längste im öffentlichen Sektor (30 Monate). Der Begriff der “organisatorischen Repräsentativität” ist im deutschen System unbekannt. Das alternativgehende Konzept ist “Tariffähigkeit”. Sie hat eine Grundlage im Grundgesetz (Koalitionsfreiheit), dem Tarifgesetz und wird von den Urteilen des Bundesarbeitsgerichts geregelt. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände haben das Recht, Tarifverhandlungen zu führen, wenn Tarifverhandlungen als gesetzliche Aufgabe bezeichnet werden (Artikel 2 des Tarifvertragsgesetzes). Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts sind die Hauptindikatoren der “kollektiven Verhandlungsfähigkeit” die organisatorische Unabhängigkeit (der Gegenpartei und Dritter), die innere Demokratie und die soziale Stärke, die Gegenpartei an den Verhandlungstisch zu drängen und die Umsetzung der Tarifergebnisse durchzusetzen. Die katholische und die protestantische Kirche und ihre Institutionen, Sozialverbände und privaten Einrichtungen fallen nicht unter das Arbeitsrecht, sondern das Kirchenrecht. Die Arbeitnehmer können individuell beschließen, Gewerkschaftsmitglieder zu werden, haben aber kein Streikrecht. Die Löhne werden einseitig in Absprache mit den Arbeitnehmervertretern festgelegt. Die Arbeitnehmervertretung ist nach den Arbeitnehmervertretungsgesetzen der Deutschen Evangelischen Kirche (MVG) und der katholischen Kirche (Personalvertretungsordnungen, MAV) geregelt. Nach Angaben der nationalen Quelle ist sowohl bei der Tarifabdeckung als auch bei der Betriebsratsabdeckung ein anhaltender Rückgang zu verzeichnen, wenn auch in den letzten Jahren weniger ausgeprägt. Die nationalen Statistiken geben höhere Zahlen an als Eurostat; sie basieren auf Daten der Berufsgenossenschaften und des Haftungsverbandes der Landwirtschaft, die beide Arbeitsunfälle mit vier oder mehr Fehltagen verzeichnen.

Die Daten werden im BauA-Jahresbericht über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ((Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, SuGA) veröffentlicht. Die Inzidenzraten werden auf der Grundlage der Zahl der Unfälle gemessen, die Vollzeitbeschäftigte (und nicht die Zahl der Beschäftigten) erlitten haben. Im Jahr 2015 lag die Zahl der Arbeitsunfälle pro 1.000 Arbeitnehmer (Vollzeitäquivalente) auf dem Allzeittief von 23,3 gegenüber 28,3 im Jahr 2006 (BAUA, 2016). Die vereinbarte Arbeitszeit wird stark von sektoralen Tarifverträgen beeinflusst, die monatliche oder wöchentliche Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Pausen, die Zahl der Feiertage sowie die Stunden Schichtarbeit und Nachtarbeit definieren. Ein Trend ist der Abschluss von Arbeitszeitkonten oder Urlaubsregelungen durch sektorale Tarifverträge. Auf Betriebsebene spielen die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats und die von den Arbeitnehmervertretern und der Geschäftsleitung geschlossenen Betriebsvereinbarungen die dominierende Rolle bei der Abrechnung von Arbeitszeiten, Überstundenregelungen, flexiblen Arbeitszeitregelungen und mobilem Arbeiten. Die Überwachung psychosozialer Risiken am Arbeitsplatz ist in Deutschland ein großes Thema, da psychische Störungen für eine wachsende Zahl von Tagen der Abwesenheit von der Arbeit und für lange Krankheitsurlaube verantwortlich sind. Die geltende Regelung ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbschG), das seit Dezember 2013 vorsieht, dass Arbeit nachteilige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben kann und dass Arbeit nicht so gestaltet werden sollte, dass sie solche Risiken nicht birgt.