Tarifvertrag fachverband elektro- und informationstechnische handwerke nordrhein-westfalen

Wollen die deutschen Arbeitgeber im Metall- und Elektrosektor (M+E) nach wie vor Kerninstitutionen einer koordinierten Marktwirtschaft unterstützen und sind dazu in der Lage? Basierend auf Denkmitteln, die in einer Reihe von Experteninterviews gesammelt wurden, die 2017 und 2018 mit Arbeitgeberverbänden durchgeführt wurden, argumentieren wir, dass Sozialpartnerschaft, Tarifverhandlungen und strategische Koordinierung über Organisationen immer noch Teil des bevorzugten Modus operandi dieser Arbeitgeber sind. Darüber hinaus argumentieren wir, dass neue Formen der Vereinszugehörigkeit, die unternehmensbasierte, aber oft kollektive Lösungen ermöglichen, die die Organisationsfähigkeit der Arbeitgeberverbände eher stabilisiert als untergraben haben. Als solche liefern wir unterstützende Beweise für mehrere Kernprämissen, die mit dem Ansatz der Varieties of Capitalism verbunden sind. Wir identifizieren aber auch Trends zu mehr Flexibilisierung, Dezentralisierung und systemischer Volatilität in diesem System, da viele kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere in Ostdeutschland, ohne Verbandsmitgliedschaft bleiben. Müller-Jentsch, Walther (1997): Soziologie der Industriellen Beziehungen Eine Einführung Frankfurt a. M.: Campus. Gesamtmetall (Anm.d.M.): Der lange Weg zur Tarifpartnerschaft. 1990–2015. Köln: KUV Kölner Universitätsverlag.

Estévez-Abe, Margarita; Iversen, Torben; David Soskice: “Social Protection and the Formation of Skills: A Reinterpretation of the Welfare State”, in: Peter Hall; David Soskice (Anm.): Varieties of Capitalism: The Institutional Foundations of Comparative Advantage. Oxford et al.: Oxford University Press, 145–183. Haipeter, Thomas (2009): “Kontrollierte Dezentralisierung? Abweichende Tarifvereinbarungen in der Metall- und Elektroindustrie”, Industrielle Beziehungen 16: 232–253. Völkl, Martin (2002): Der Mittelstand und die Tarifautonomie. Arbeitgeberverbände zwischen Sozialpartnerschaft und Dienstleistung München et al.: Hampp. Bernd Brandl ( 2013): “Die Repräsentativität von Arbeitgeberverbänden in Europa: Eine Standortbestimmung des `deutschen Modells`”, WSI Mitteilungen 7/2013 510–518.