Mustervorschriften der kantone im energiebereich (muken)

Wie bei der Festlegung von Baustandards lag die Förderung der Nachrüstung ursprünglich in der alleinigen Verantwortung der Kantone, aber nur die wenigen Energieeffizienzpioniere führten frühzeitig entsprechende Programme ein (siehe unterfolger Abschnitt). So bereitete die Verfassungsreform von 1990 den Boden für eine aktivere Rolle der Bundesregierung auch in diesem Bereich (BFE 2011a). Der vom Bundesamt für Energie und energieministerischen Energiewirtschaftsamt ausgehandelte Aktionsplan Energie 2000 umfasste beispielsweise nicht nur neue Baustandards (siehe oben); sie zielte auch darauf ab, die Sanierung von Gebäuden durch die Bereitstellung von Bundeszuschüssen zu fördern. Da die Bundesmittel mit kantonalen Subventionen abgeglichen werden mussten, änderten die Pionierkantone ihre eigenen Nachrüstungsprogramme entsprechend den anforderungen des Bundes, und nur wenige andere starteten neue (Basel-Landschaft, Freiburg, Luzern, St. Gallen). Während Auswertungen zeigen, dass Bundesmittel die Nachrüstung in den teilnehmenden Kantonen beschleunigt haben, zeigte die Mehrheit kein Interesse am Bundesprogramm (BFE 2011a). Das Standard-Setting-Bild lässt sich für Förderprogramme nachbilden: Basel-Stadt und Bern haben sie lange vor der Einleitung der Bundesinterventionen (1986 bzw. 1981) eingerichtet. Lediglich Basel-Landschaft hat sein Programm von 1994 als Reaktion auf Energie 2000 angenommen und gleichzeitig mit den Bundesprogrammen verbessert. Zwischen 2000 und 2005 entsprachen die Programme Basel-Landschaft und Bern dem Schweizer Durchschnitt (rund 9 USD pro Kopf jährlich) und übertrafen danach konsequent den Durchschnitt (BFE-Erhebungen von 2006 bis 2013). Basel-Stadt hatte das mit Abstand größte Programm seit vielen Jahren (zwischen 229 und 341 USD pro Kopf und Jahr im Zeitraum 2000-2005, finanziert durch einen Anreiz-Penny und eine Steuer auf den Stromverbrauch; BFE 2009, 2011a), mit einer schrumpfenden Tendenz (USD 95 pro Kopf im Jahr 2010 und USD 74 pro Kopf im Jahr 2012; BFE 2011a, 2013). Fußnote 16 Zusammenfassend sehen wir, dass die Förderungen für energieeffiziente Gebäude in den drei Pionierkantonen vor und/oder rasch überdurchschnittlich gewachsen sind als Reaktion auf Bundesprogramme (BFE 2008, 2011a, 2011b). Diese Module empfahlen eine Obergrenze von 80 % für die Nutzung nicht erneuerbarer Energie in der Heizung, um den Einsatz von elektrischen Widerstandsheizungen zu begrenzen, und sie übernahmen das privat entwickelte MINERGIE-Label von 1998 für Niedrigenergiegebäude.

Die Forschungsprogramme stehen allen Organisationen in der Schweiz zur Auswahl, die ein Projekt präsentieren, das vom Bundesamt für Energie evaluiert wird. Neben F&E-Projekten können auch Pilot- oder Demonstrationsprojekte beantragt werden. In der Zwischenzeit hat der Bausektor eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen für MINERGIE® Gebäude entwickelt. Zu den Lieferanten zählen Architekten und Ingenieure sowie Hersteller von Materialien, Komponenten und Systemen.